Zwischen Rosen und Brennnesseln

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Meinen Morgentee nehme ich Heute zwischen Brennessen und Rosen ein.
Dazu Zaunkönig-Arien, Taubengurr-Einlagen, Ferne Kuckuck-Solos und bis eben noch eine (glücklicherweise) ebenfalls weit entfernte Mähmaschine…hoppla! Jetzt noch der Specht…

Den Computer hab ich auf den Schenkeln. Er ist angenehm warm.

Jetzt müsste ich eigentlich das Internet speisen. Das ist immer hungrig, und sagen wie erfolgreich die Führungen und die Ausstellungen auf Schloss Kapfenburg und im Palais Adelmann in Ellwangen gestern gelaufen sind.
Dass viele Leute da waren, und darunter nicht wenige Menschen und liebenswerte Persönlichkeiten. 

Man ist als Künstler (der in einsamen, vertikalen Höhen nach universellem Atem ringt) eingezwängt von einer absurden, brutalen, ja hilflos in ihrer eigenen, gierigen egomanisch-pathologischen Dummheit verstrickten Welt, die nicht zu lieben, aber umso entschlossener, intelligenter und konsequenter zu hassen weiß. Ein Welt, die sich (über die Medien, auch über meinen Computer) ausbreitet wie eine Seuche.
Darin also ist der Künstler sein eigener „Marktingler“. …tingeling … tingling!!! Hallo ihr das draußen, schaut mal was hier für ein besonderes Exemplar unserer Gattung sich euch mitteilt. Abonniert gerne meinen Kanal und schenkt mir ein paar Klicks, schreibt einen Kommentar, und über eine Spende (am besten per Dauerauftrag) hätte ich auch nichts einzuwenden). 

Pro Stunde werden so viele ähnliche Infos hochgeladen, mit ähnlichen Intentionen, dass ein Leben nicht ausreicht sie alle nur zu sichten.

Dennoch: es ist ein Möglichkeit sich zur Sprache zu bringen, sich mitzuteilen. In Kontakt zu sein. Das finde ich kostbar. Wenn es dann etwas mehr ist als narzisstische Selbstdarstellung, oder professionelles Marketing in sozial media über die Produkte beworben werden, wenn es ein wenig Poesie, Freiheit, Humor und vielleicht auch Ansätze von Geist vermittelt, ist das fein.

Ich schaue mir Freunde und Kollegen an, like mit Daumen hoch, und schicke auf diese Weise einen Gruß.

Warum also auch nicht heute früh, an Pfingstmontag, zwischen Brennnesseln und Rosen, beim Morgentee einen sonnigen Gruß in den Computer einspeisen, mit freudigen Gedanken an jede die ihn lesen und auch an jene die ihn nicht lesen. 

Schließlich gibt es neben „social media“ noch den unmittelbaren Herz-Denk-Raum, in dem wir ohne Apparate verbunden sind und kommunizieren. Meist unbewusst, aber umso gewisser. An wen, außer an mich denkst du jetzt noch in deinem Herz-Raum ;-)?