Häcker – Telecom und Nachrichten

Seit Sonntag ist das Internet weg.
Das bedeutet für mich: Umschalten auf das „Inner-net“.
Statt Ärger mit der Steckdose, Besinnung auf den Lebensimpuls des Herzens,
und die 100 Billionen Nervenzellen, das Universum im eigenen Kopf.

Zugleich verfolge ich die offiziellen Nachrichten und erfahre was ich
von der Telecom Auskunft auch schon hörte: es sei ein bundesweiter Internet- und Telefonausfall. Ursache zunächst unbekannt. Jetzt wird ein Häckerangriff für sehr wahrscheinlich gehalten.

Offizielle Empfehlung: Stecker ziehen und nach zwei Minuten wieder einstecken.
Diese hübsche Übung mache ich nun seit zwei Tagen,
wobei ich die Zeiten des Wiedereinsteckens ständig verlängere,
bis zu dem Punkt, wo ich mich frage, es nicht besser ganz zu unterlassen.

Vorgestern hieß es in der offiziellen Berichterstattung von SWR 2 in den Nachrichten,
es seinen 900 000 Nutzer mit bestimmten Routern betroffen.
Gestern war die Rede von „nur noch 400 000“. Betonung auf „nur“.
Zu denen darf ich meinen auch zählen.

Heute hieß es: die Häcker hätten schlampig gearbeitet,
sie hätten es nicht geschafft noch eine Schadsoftware zu installieren,
die die Router nachhaltig beschädigen würde. (hihihi…solche Pfuscher…)

Echt, ist das zu fassen? Da gelingt es begabten Häckern die Telecom, das Unternehmen
das doch wohl die sicherste Adresse sein sollte, zu knacken, und dann attestiert man ihnen offiziell: „Ihr habt schlampig gearbeitet!
Ziemlich sicher werden sie alles dransetzen es nächstes Mal besser zu machen, um Telecom ein Geschäftsangebot zu unterbreiten.

Am selben Tag wird im selben Sender (den ich schätze) ein Häcker-Spiel hochlobend angepriesen. Darin sind Häcker jene Helden die große Konzerne knacken.
Irgend jemand scheint das Spiel schon ziemlich gut gelernt zu haben.

Wobei: mein Router funktioniert noch immer nicht,
und diese Nachricht wird über einem anderen Netzbetreiber veröffentlicht.

Währenddessen bin ich lustvoll und aktiv im „Inner-net“, male, zeichne, schreibe, denke
und genieße die mediale Funkstille. In dieser Stille hört sich der Wind anders an und das Licht des Morgens hat eine andere Präsenz. Und alles was ich tue geschieht ruhiger, inniger, achtsamer. Eine interessante Erfahrung.
Und sogar darüber zu schreiben hat Platz.