Das „Matthias-Portrait“

 

Im Persönlichsten spricht sich das Überpersönliche am deutlichsten aus, wird die gemeinsame Struktur menschlichen Seins erlebbar.

 

Im Schicksal jedes Einzelnen vibriert etwas zutiefst Gemeinsames.

Wenn wir spontan die Not des andern lindern wollen, dann auch deshalb, weil wir spüren, dass wir dem großen Menschheitskörper zugehören.

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Das ermöglicht eine Sicht- und Arbeitsweise in der Kunst das Subjektive, Persönliche, transparent zu machen für das Intersubjektive.

Jede Person ist unverwechselbar einmalig und genau deshalb zugleich Repräsentant der Gattung.

Allerdings: je mehr wir zu manipulierbaren und reproduzierbaren Teilchen einer globalen Kollektivierungsmaschinerie werden, desto mehr verlieren wir die Verbindung zu unseren individuellen Gestaltungskräften und geraten in illusionäre Gettos, in denen das pulsierende Lebendige zu hektischen Reflexen erstarrt.

 

Matthias ist ein Freund, dessen Schicksal be-trifft. Besonders seit seinem Unfall. Er hatte einen Sturz mit schweren Kopfverletzungen und lag 2 Monate im Koma. Nach einer kritischen Phase entschloss er sich, sein Leben noch einmal „In die Hand zu nehmen. Von Anfang an.

Davor arbeitete er als erfolgreicher Chirurg mit begabten Händen. Künstlerhänden. Dem Künstler ist mit jeder leeren Leinwand ein Anfang gesprochen, eine Chance gegeben, an einem authentischen Selbst- und Weltbild zu arbeiten

Anfangen, das heißt auch: das Bekannte tiefer erforschen. Das Gewusste noch einmal befragen. Im Selbstverständlichen das Wunder eröffnen.

 

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