21. Dezember 2019 / Winter-Sonn-Wende

Ungewöhnlich mild sind die letzten Tage in diesem Jahr. Im Atelier liegt meine diesjährige Quittenernte auf dem Tisch. Ich male „Quittennester“. Die hereinscheinende Nachmittagssonne zeichnet mit ihrem tiefen Stand die Schwünge der Früchte mit Lichtkonturen nach. Mir gehen die Augen auf über dieser Schönheit des Wechselspieles von Form und Licht. Als würde das Licht diese Formen, die ohne es nicht existierten, erkennen und liebkosen.

Zugleich wuchert das endlos scheinende Menschheitsdrama weiter. 

Modernde Gier-Gespenster, von Angst getrieben, nehmen moderne Gestalt an, feiern sich in neuen Medien und stellen raffinierte Fallen um unsere kostbare Gegenwärtigkeit – also unser Sein – zu fangen.

Ich schaue manchmal der Sonne ins leuchtende Auge. Sie ist milde um diese Zeit, lässt es zu, und schaut zurück. Ich bilde mir ein, dass sie eine Fülle intelligenter, nährender Information sendet. Diese nehme ich auf – wie eine Kamera – und entwickelte sie in der Dunkelkammer meines Verstehens. Was dabei herauskommt sieht aus wie Lichtspeicher, wie Proviant durch das schillernde Labyrinth des kommende Jahres … sieht aus wie die Quitten. 

Frohe Weihnachten und licht-fruchtige Wünsche für 2020 

Alfred Bast und Mitwirkende,  KUNST KLOSTER art research e.V.