Vertrauen

Die Beiden erlebte ich zufällig bei einem Morgenspaziergang in Überlingen, wo ich mit meiner Familie Weihnachten feierte. Ich kannte sie nicht. Dennoch waren sie mir innig vertraut. Vertraut sein, ja, auch das hat mit Vertrauen zu tun.
Ich „sah und spürte“, diese mir persönlich fremden Menschen wie ein sprechendes Urbild, das ich eine Weile staunend, und zunehmend freudig, beobachten durfte. Ich sah was sie zusammen erlebten und miteinander da erschufen, einen kleinen, kostbaren Erlebnisschatz der sich in die Erinnerungen prägt. Nicht nur Traumas prägen, auch Liebe und Glück.

Da ist ein Vater der seinem Kind das Risiko des Lebens spielend eröffnet. Sein Schutz ist umsichtig, absolut gewiss und wissend. So lehrt er sein Kind – wortlos – den feinen Unterschied zwischen Leichtsinn und Ängstlichkeit. Nicht nur das Kind vertraut ganz seinem Vater, auch der Vater vertraut voll in sein Kind und dessen eigenes, sich entfaltendes Potenzial. Das wagt sich auf den schwankenden Steg, um hüpfend zu erproben wie dieser schmale, schaukelnde Weg, vom eigenen, springenden Leichtgewicht, Wellen erzeugt.
Der Vater weiß: alle Wege schaukeln und machen Wellen, auch die an Land. Dieser hier ist ein besonderer, ein Steg, er ragt ins tiefe Weite, wie eine Verheißung ins Neue Jahr.

…ein Schiff wird kommen..